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Freitag, 11. Oktober 2013, 16:05

Was wissen wir eigentlich?

Was wissen wir eigentlich?

Wie oft hören wir uns sagen „ich weiß Dieses oder Jenes“ ? Und wenn wir dies sagen, wissen wir wirklich um der Dinge von denen wir behaupten wir wüssten darüber Bescheid? Nun, ich habe da so meine Bedenken und möchte hier einmal ein paar Gedankengänge anbringen.
Woher beziehen wir eigentlich unser wissen?
Nun, unser Wissen und alles was wir zu wissen glauben, bezieht sich immer auf eine Quelle.
Diese Quelle benötigt aber etwas Fundamentales, nämlich einen Wahrheitsgehalt den wir als Gradmesser unserer Entscheidungsmechanismen festmachen.

So können wir die Informationsquellen in 2 Grade unterscheiden.
Eine Quelle 1. Grades ist eben genau Diese, aus Welcher wir mit unseren eigenen Sinnen, also sehen, hören, fühlen und schmecken, Informationen beziehen. Sie stehen im unmittelbaren und direkten Verhältnis zwischen uns und der Information oder dem Ereignis.
Eine Quelle 2. Grades, steht immer zwischen uns und der Information um die es sich handelt.
Dies sind heutzutage die Medien wie TV und Zeitungen sowie das stetig wachsende Internet mit all ihren Blogs und Nachrichtenkanälen.

Betrachten wir unser Wissen im Allgemeinen, stellen wir fest dass wir eine ganze Menge wissen. Im Laufe unseres Lebens haben wir eine Vielzahl an verschiedensten Informationen in uns aufgenommen. Eltern, Lehrer , Politiker, unsere Freunde, die Medien und auch das Internet versorgen und tagtäglich mit Informationen die unseren Wissensspeicher auf eine enorme Menge heranwachsen lässt.

Wenn das, was wir wissen, ausschließlich von dem Wahrheitsgehalt der Quelle von der wir unser Wissen beziehen, abhängig ist, wie sehr können wir sicher sein, das dieses Wissen auch der Realität entspricht.
Des Weiteren müssen wir den moralischen Wert einer Information betrachten. Ist das, Was oder Worüber ich weiß auch richtig. Basiert die sich daraus schlussfolgernde Meinung die ich vertrete auf einen hohen Wahrheitsgehalt und erkenne ich eine gewisse moralische Richtigkeit oder Falschheit?
Wie beurteilen wir, ob eine Information moralisch oder gar gesellschaftlich richtig oder falsch ist?
In erster Linie vertrauen wir der Quelle von der wir unser Wissen, unsere Informationen beziehen.

Betrachten wir einmal die Bibel. Ein Gläubiger der in der Bibel liest kann unmöglich sagen „ich weiß von den Dingen die dort geschrieben stehen“ Weil er ja eben selbst nicht dabei war. Also scheinbar keine Quelle 1. Grades besitzt. Aber er glaubt an und von den Dingen, mögen sie auch noch so wunderbar und phantastisch klingen, die in der Bibel geschrieben stehen, für ihn sind sie schlüssig, wahrheitsgetreu und fundamental unumrückbar. Das sich daraus schlussfolgernde Wissen, oder besser, der Glaube zu Wissen, beeinflusst den Gläubigen nun in seiner gesamten Meinungsbildung und in seinen Handlungsweisen die sich auf dieses erlangte Wissen im Glauben stützt.
Deshalb, und gerade auch wegen der Zeugnisse und den Personen die Diese hervorbrachten, wird die Bibel selbst zu einer Quelle 1. Grades. Und aus dieser, für den Gläubigen, unumstößliche Tatsache, dass die Bibel eine Quelle 1. Grades ist, ergibt sich das Vertrauen in das Wissen, die Zuversicht und Hoffnung, welches man aus der Bibel schöpft.
Der Nichtgläubige argumentiert jetzt, dass es doch so viele verschiedene Versionen und Übersetzungen der Bibel gibt und das man sich gar nicht sicher sein kann, ob das Geschriebene auch der Wahrheit entspricht oder nicht. Hierbei möchte ich aber kurz anfügen, dass die Informationen die uns die heutigen Medien zukommen lassen, von einem noch viel geringeren Wahrheitsgehalt geprägt sind als der, den der Nichtgläubige von der Bibel zu behaupten meint. Dazu aber später mehr.
Die Informationen, Geschichten und Ereignisse die in der Bibel stehen, sind für den Nichtgläubigen aber Informationen aus Quellen 2.Grades. „Ihr wart ja nicht dabei, so dass ihr den Wahrheitsgehalt nicht persönlich überprüfen könnt.“ Aber darum geht es ja auch gar nicht.
Einzig mit unserem Verstand und dem dazugehörigen Urteilsvermögen, beurteilen wir bei uns selbst die moralische und ethische Richtigkeit dieser Informationen. Halte ich sie also selbst für richtig und moralisch akzeptabel, so entscheide ich mich für einen Wert den ich diesen Informationen gebe.
Und danach rede, handle und entscheide ich.

Auch das Alter von Informationen spielt eine gewichtige Rolle.
Informationen aus Quellen die eben schon sehr alt sind, beanspruchen bei den meisten ein sehr hohes Vertrauenspotenzial als die Informationen welche recht neu, schnell widerruflich und damit manipulierbar sind.

Immer wieder sieht man im TV oder im Internet Bilder, Videos oder Texte zu aktuellen oder etwas älteren Geschehnissen, die uns mit neuen und interessanten Informationen überfluten und aus denen wir unsere Meinung bilden. Wir sehen einen Bericht oder eine vermeintliche Neuigkeit über Dies oder Das und erwischen und dabei , wie Wir uns recht schnell in eine Meinungsecke drücken oder drücken lassen ohne den Wahrheitsgehalt eigentlich zu kennen.
Jetzt hat man aber die Wahl. Ich kann diese Informationen nun so hinnehmen wie sie mir präsentiert wurden und bilde mir ohne großen Aufwand eine Meinung und verbuche es unter „neues Wissen“.
Oder ich beginne die Dinge und Informationen zu hinterfragen, recherchiere selbst und begebe mich auf die, und das wissen wir, recht beschwerliche Suche nach dem Wahrheitsgehalt.
Und nun kommt das Paradoxon. Selbst wenn ich nun viele Informationen hinterfragt, recherchiert und alle mir möglichen Fakten gegenübergestellt habe um abzuwägen was ist wahr oder falsch, komme ich letztendlich doch nur zu der Erkenntnis das ich die Wahrheit mit meinen mir zur Verfügung stehenden Mitteln, niemals herausfinden kann, weil es eben immer, wie anfangs beschrieben, Informationen aus Quellen 2.Grades sind und immer etwas zwischen mir und der Wahrheit steht.

Also was ist unser Wissen nun eigentlich?
Unser Wissen beruht letztendlich auf der Tatsache, dass wir glauben etwas zu wissen.

Daraus schlussfolgern wir, dass all unser Wissen, bis auf ein paar kleinere Informationen, auch nur ein Glaube ist. Ein Glaube an etwas, was man zu wissen scheint, weil es uns von einer Quelle übermittelt wurde, die wir nicht persönlich kennen.

Aber glauben wir der Quelle? Welchen Wahrheitsgehalt besitzt die Quelle von der ich mein Wissen und meine Informationen beziehe. Kann ich denn einfach davon ausgehen, dass das, was ich lese, höre oder sehe, immer der Wahrheit entspricht? Mit Nichten!
Wir selbst können den Wahrheitsgehalt einer Information 2. Grades gar nicht auf seine Richtigkeit hin beurteilen. Lediglich vertrauen können wir solchen Informationen und bilden uns, dank unserer kognitiven Eigenschaften des Gehirns, eine Meinung mit einem eigenen, uns selbst gebastelten Wahrheitsgehalt.
Demzufolge beruht unser Wissen doch nur auf Glaube und Vertrauen zu der uns versorgenden Quelle.
Sieht man sich die heutige moderne Gesellschaft einmal an, so bemerken wir schnell, dass sich die Menschen darin ausschließlich ihre Meinungen bilden mit Informationen aus Quellen 2.Grades deren Wahrheitsgehalt sie in keinster Weise weder wissen, auch noch nur erahnen können, noch sie diese Informationen hinter fragen.
Die heutigen Medien und auch das Internet erlangten in den letzten Jahrzenten einen solchen Vertrauensvorschuss, das der Anspruch auf den Wahrheitsgehalt in den Hintergrund gerückt ist.
Was das Fernsehen zeigt muss einfach wahr und richtig sein.
Informationen aus Quellen 1. Grades, zu denen für mich persönlich die Bibel zählt, werden heute nur noch selten abgerufen. Weil das Vertrauen gegenüber, scheinbar seriöser und wahrheitlicher Quellen, um ein vielfaches höher zu sein scheint, als der eigene Verstand und gesundes Urteilungsvermögen.

Abschließend möchte ich feststellen, woran wir glauben ist nicht das, was wir wissen. Denn wir wissen eigentlich gar nichts, sondern glauben nur dem was wir meinen zu wissen.
Der Glaube an Gott jedoch ist eine Gewissheit denen, die die Eitelkeit der Weisheit ablegen und ihr Wissen auf ihren Glauben stützen, der so unumstößlich und fundamental ist!
Wissen ist nicht Macht, sondern eine Ohnmacht denen die danach trachten und ihren Wissendurst mit trockenem Wasser stillen.

Ronny Kuhn
11. Oktober 2013

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